Schallplatten erfreuen sich wieder großer Beliebtheit. Wir arbeiten regelmäßig an Projekten, die auch oder gar ausschließlich auf 12″, 10″ oder 7″ veröffentlicht werden – bitte teile uns den Wunsch für ein Vinyl-spezifisches Master einfach mit. Hier die richtigen Anpassungen zu treffen, spart unter Umständen nachträgliche Kopfschmerzen. Das selbe gilt für ein Vinyl-Only-Release, welches später doch auf CD oder im Online-Vertrieb veröffentlicht werden soll.

Die Schallplattenherstellung ist eine Nische und viel KnowHow ist in den letzten Jahren verloren gegangen. Leider schneiden nur noch wenige Masteringstudios ihre eigenen Master, da die Maschine längst verkauft sind. 21Mastering bietet Ihnen auf Grund von viel praktischer Erfahrung mit dem Anfertigen von Schallplatten und unserer intensiven Zusammenarbeit mit einem der renommiertesten Schnitt-Studios Deutschlands bestmöglich angepaßte Master für Vinyl. Für den Schnitt der Masterfolie, die dann an das Preßwerk geht, empfehlen wir SST Brüggemann in Frankfurt.

Heutzutage achten Künstler und Techniker nicht immer auf die spezifischen Eigenarten, die die Schallplattenproduktion mit sich bringt. Die Masterfolie und die Vinylschnitt-Maschine sind mechanische Geräte und es kommt zu Konsequenzen wenn man bspw. Lautstärken zu stark anhebt oder Material mit Gegenphasen schneiden will. Beim Anfertigen der Masterfolie können Probleme wie starke S-Laute oder starke hochfrequente Artefakte, Probleme im Bass-Bereich oder Überkomprimierung die Qualität der fertigen Schallplatte stark beeinträchtigen.

Neben dem wichtigen Hinweis immer eine Testpressung vor Vergabe des Auftrags an das Presswerk zu ordern, sind die häufigsten Probleme in der max. Spielzeit pro Seite zu suchen. Je weniger Spielzeit umso lauter und transparenter kann geschnitten werden.

Einige Preßwerke klagen immer wieder über Schwierigkeiten bei  der Arbeit mit sog. „Vinyl-Masters“ von Masteringstudios, die keine Erfahrungen mit Vinylschnitt-Maschinen und deren Eigenarten haben.  Das Ziel sollte immer ein bestmögliches Endprodukt sein, Vermutungen über die genauen Bedingungen beim Schnitt sollten nicht dazu gehören. Der Klang der Schallplatte wird beim Mastering und beim Schnitt gemacht. Je fachmännischer hier gearbeitet wird, umso besser das End-Ergebnis.

Einige Tips, um Audiomaterial für den Vinylschnitt vorzubereiten:

  • Je länger die Spielzeit pro Seite, desto leiser wird geschnitten und/oder desto weniger Bass kann geschnitten werden. Der jeweilig bestmögliche Kompromiß sollte immer mit Cutter und Mastering-Ingineur abgeklärt werden .
  • Achtung: von der Kombination  33 upm auf einer 7 inch ist bei Musikmaterial generell abzuraten, weil Verzerrungen und Höhenverluste deutlich höher als bei einer Platte mit 45upm sind.
  • Im Gegensatz  zur CD ist Lautheit bei Vinyl immer relativ.  Die endgültige Lautheit bestimmt der Cutter, nicht das Mastering.  Laute Master müssen unter Umständen sogar deutlich leiser geschnitten werden als vinyl-spezifisch optimierte. Dazu gesellen sich zusätzlich schnell Probleme mit Verzerrungen auf der Schallplatte.
  • Um nichts in der Audiowelt ranken sich wohl so viele Mißverständnisse wie um die Phase. Auch wenn das Thema in Zeiten der CD und der Stereophonie etwas an Bedeutung verloren hat, ist die Phase ein wichtiger Punkt der Audioqualität und vor allem den Schnittprozeß mitbestimmt. Audio-Signale, die “in-phase” zueinander sind, bewegt sich der Schneidstichel unangestrengt von links nach rechts. Bei “gegen-phase” bewegt sicher der Stichel dagegen nach oben/unten und springt im Extremfall auch komplett aus der zu schneidenden Rille, was den Schnitt sofort unbrauchbar macht. Gegenphasen im Bass sind besonders gefährlich und sollte tendenziell vermieden werden. Evt. nötige Anpassungen sollten hier aber auch nicht „auf gut Glück“ erfolgen. Sauber aufgenommene akustische Musik hat hier selten Probleme, aber viele Synth-Sounds oder Samples, wie sie bei der Produktion von zB Dance-Musik zu Einsatz kommen, können hier starke Probleme verursachen. Auch sog. Stereo-Verbreiterungs-PlugIns sind oft mit absoluter Vorsicht zu genießen. Ein sogenanntes Korrelationsmeter kann helfen um Phasen-Problemen auf die Schliche zu kommen. Da diese aber bei Vinylschnitt immer sehr stark frequenzrelevante Beziehungen haben, ist die Kontrolle per Ohr unserer Meinung nach die optimale Vorgehensweise. Dazu bedarf es möglichst Full-Range-Monitoring und einer Mitte/Seite-Matrix im Abhörpfad.

Wie bei allen Prozessen, die nicht sensibel auf Medium und Musikmaterial abgestimmt wurden, kann hier natürlich eine Bearbeitung auch zu Ergebnissen führen, die dem Medium Vinyl nicht gerecht werden. Wie immer gilt; so viel wie nötig, so wenig wie möglich.